
Dem Ruf des Herzens folgen

Ein Teil meiner Geschichte
Dem Ruf des Herzens folgen
Heute weiß ich, dass ich nie etwas gesucht habe, das außerhalb von mir lag.
Ich habe mich erinnert.
Und genau dazu lade ich auch andere Menschen ein.
Schon als Kind stellte ich Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gab. Ich wollte verstehen, warum ich hier bin. Ich war immer die Kleine, die in den Tieren und in der Natur die Magie und Schönheit sah, während die Welt um mich herum oft so laut und unverständlich wirkte. Etwas in mir wusste, dass es mehr geben musste. Also machte ich mich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens.
Diese Suche begleitete mich durch mein ganzes Leben.
Ich arbeitete viele Jahre in der Gastronomie meines Vaters, erlernte verschiedene Berufe, beschäftigte mich mit Coaching, Achtsamkeit, Körperarbeit und Massage und begegnete auf meinem Weg den unterschiedlichsten Menschen und spirituellen Traditionen. Doch die eigentliche Suche blieb bestehen.
Was mich dabei immer begleitet hat, war der Wunsch, Menschen zu helfen. Irgendwie fühlte sich das schon immer richtig an – auch wenn meine Mutter oft sagte, ich solle nicht mein letztes Hemd teilen.
Auch meinen Vater pflegte ich in jungen Jahren, als bei ihm Krebs im Endstadium diagnostiziert wurde. Für mich war es selbstverständlich, meine Familie auf meine Weise zu unterstützen, auch wenn viele Familien andere Wege gehen.
Nachdem ich nach Deutschland gekommen war und einige Jahre vergangen waren, pflegte ich eine bettlägerige Frau. In dieser Zeit begegnete mir die Maya-Kosmovision.
Etwas in mir wusste sofort:
Diesem Ruf muss ich folgen.
2023 setzte ich mich – trotz einer langjährigen Panikstörung, die immer noch, wenn auch deutlich leiser, Teil meines Lebens war – alleine in ein Flugzeug nach Mexiko. Ich hatte keinen festen Plan, nur das Vertrauen in diesen Ruf und einen einzigen Gedanken:
„Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Dann steige ich eben am nächsten Flughafen wieder aus.“
Ich blieb.
Am ersten Abend musste ich mehrere Kilometer allein durch die Mangroven bis zu meiner Unterkunft laufen. Ich hatte Angst, doch ich ging Schritt für Schritt weiter. Als ich schließlich ankam, wusste ich:
Etwas hatte sich verändert.
Von dort führte mich mein Weg über Mexiko und Belize nach Guatemala.
Als ich die Grenze überquerte, hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, nach Hause zu kommen.
Ich besuchte alte Stätten wie Tayasal, Yaxhá und Tikal, überquerte Seen mit dem Kajak, lauschte morgens den Brüllaffen und wanderte allein über den weißen Weg – den SAQBE'. Ich spürte eine tiefe Verbundenheit mit der Natur und dem Wissen der Vorfahren.
Doch gleichzeitig begegnete ich auch Enttäuschung. Vieles schien für den Tourismus geschaffen zu sein, vieles wurde verkauft und wirkte weit entfernt von dem, wonach ich suchte. Es gab einen Moment, in dem ich bereits nach Hause zurückkehren wollte.
Genau in diesem Moment begegnete ich Menschen, die meinen Weg weitergehen ließen.
Ich durfte einen Tata kennenlernen, der mir zur Wintersonnenwende meine erste Maya-Kreuz-Lesung schenkte. Zum ersten Mal erhielt ich einen tieferen Einblick in die Frage, die mich mein ganzes Leben begleitet hatte:
Warum bin ich hier?
Später lernte ich Nana Karina und Nana Lucy kennen.
Das Vertrauen von Nana Karina zu gewinnen, war ein langer Weg. Sie hütet ein altes Wissen, das seit Generationen mit großer Sorgfalt und Verantwortung weitergegeben wird. Durch gemeinsame Arbeit, Zeit und gegenseitigen Respekt durfte ich sie bei Zeremonien begleiten, unterstützen und von ihr lernen.
Mein Alltag bestand aus frühen Morgenstunden an heiligen Orten, Feuerzeremonien, Begegnungen mit den Menschen vor Ort und langen Arbeitstagen, um meinen Aufenthalt finanzieren zu können.
Es war ein einfaches Leben.
Und gleichzeitig das erfüllendste meines Lebens.
Im Jahr 2024 wurde ich von Nana Karina in die Tabaklesung und energetische Reinigung sowie von Nana Lucy in die Maya Abdominalmassage eingeweiht.
Als schließlich die Einladung kam, den Weg zur Mayapriesterin zu beginnen, wollte ich zunächst ablehnen.
Mir erschien diese Verantwortung zu groß.
Doch ich fragte mich:
Wer bin ich, die Weisheit der Ahnen abzulehnen?
So sagte ich mit großem Respekt Ja.
Heute gehe ich diesen Einweihungsweg gemeinsam mit Tata Juan Carlos Romera aus Guatemala weiter und habe die große Freude, seine Arbeit ins Deutsche zu übersetzen und die Maya-Kosmovision einem deutschsprachigen Raum zugänglich zu machen.
Meine Vision ist es, das präkoloniale Wissen der Urvölker in respektvoller Weise weiterzugeben und Brücken zwischen alter Weisheit und dem heutigen Leben zu schaffen.
Ich begleite Menschen jeden Alters dabei, ihrer inneren Wahrheit zu vertrauen und den Weg zurück zu ihrer eigenen Kraft, ihren Gaben und ihrer Verbindung zur Natur zu finden.
Ich glaube nicht daran, Menschen etwas zu geben, das ihnen fehlt.
Ich begleite sie dabei, den Weg zurück zu sich selbst zu finden.
Zu ihrer Kraft.
Zu ihren Gaben.
Zu ihrer Verbindung mit der Natur.
Zu ihrem Herzen.
Denn ich bin überzeugt, dass jeder Mensch mit einem eigenen Lebensprojekt und einer eigenen Weisheit auf diese Welt kommt – auch wenn sie im Laufe des Lebens manchmal leiser wird.
Heute weiß ich, dass ich nie etwas gesucht habe, das außerhalb von mir lag.
Ich habe mich erinnert.
Und genau dazu lade ich auch andere Menschen ein.
Vielleicht bist auch du gerade auf der Suche.
Nach mehr Sinn.
Nach Heilung.
Nach Verbindung.
Oder einfach nach einem Ort, an dem du wieder bei dir selbst ankommen darfst.
Ich freue mich darauf, ein Stück dieses Weges mit dir gemeinsam zu gehen.